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28.03.2009 Schaumburger Wochenblatt: In die große Halle passen 20 Fußballfelder

Quelle: Schaumburger Wochenblatt, Autor Bernd Althammer, www.schaumburger-wochenblatt.de

In die große Halle passen 20 Fußballfelder

Edeka-Regionallager: Über 1000 Lkw-Bewegungen / Mögliche Wertschöpfung in der Bauphase 1,5 Millionen Euro

LAU­ENAU (al). Die Edeka Min­den-Han­no­ver hat ihre Pläne zum Bau ei­nes Re­gio­nal­la­gers im Lo­gis­tik­park Lau­enau wei­ter kon­kre­ti­siert. Im Rah­men der vor­ge­zo­ge­nen Bür­ger­be­tei­li­gung re­fe­rier­ten Un­ter­neh­mens­spre­cher, Ar­chi­tekt, Bau­leit­pla­ner und Ver­tre­ter der Samt­ge­mein­de­ver­wal­tung ü­ber die hun­dert Mil­lio­nen Euro teure In­ves­ti­tion, de­ren Bau­be­ginn be­reits im Herbst 2009 er­fol­gen soll. Die In­be­trieb­nahme ist für das Früh­jahr 2011 vor­ge­se­hen. 14 Ver­tre­ter der Edeka Min­den-Han­no­ver, Ar­chi­tekt, Bau­leit­pla­ner so­wie aus Ver­wal­tung und Po­li­tik stan­den für Aus­künfte zur Ver­fü­gung.

Das In­ter­esse in der Be­völ­ke­rung blieb je­doch of­fen­bar weit hin­ter den Er­war­tun­gen zurück. Zum Ter­min am Don­ners­tag­abend war die Fest­halle "Sä­ge­werk" geöff­net wor­den. Je­doch nah­men nur etwa 90 Per­so­nen an der An­hörung teil, dar­un­ter viele Rats­mit­glie­der der Ge­mein­den, die An­teile an der zu ü­ber­bau­en­den Fläche ha­ben: Ape­lern, Lau­enau und mit ei­nem ganz klei­nen Stück Poh­le. Viele Stuhl­rei­hen blie­ben leer.

Al­fred Feicht­ner, Ar­chi­tekt der mit dem Ent­wurf be­auf­trag­ten ATP-Pla­nungs-GmbH in Inns­bruck, stellte in Wort und Bild die ge­plante An­sied­lung vor. Das Haupt­ge­bäu­de, das aus der Luft wie ein nach Nord­os­ten geöff­ne­tes "E" aus­sieht, wird mit ei­ner Grund­fläche von 153.000 Qua­drat­me­tern der Größe von 20 Fuß­ball­fel­dern ent­spre­chen und bei ei­ner Höhe von ma­xi­mal 30 Me­tern etwa 1,4 Mil­lio­nen Ku­bik­me­ter um­fas­sen. Wei­tere Be­rei­che des ü­ber 32 Hektar großen Gelän­des sind für Fahr­bah­nen und Park­plätze (118.000 Qua­drat­me­ter) so­wie für Grün­flächen und Re­gen­rück­hal­tung be­stimmt (135.000 Qua­drat­me­ter). Das Haupt­ge­bäude ist in Wa­ren­ein­gang, "­Puf­fer­la­ger", Um­schlags- und La­ger­zo­nen, Kom­mis­sio­nie­rung und schließ­lich den Wa­ren­aus­gang ge­glie­dert.

Der Le­bens­mit­tel­kon­zern wird nach Feicht­ners An­ga­ben auf einen Ge­ne­ral­un­ter­neh­mer für den Bau ver­zich­ten: "Wir le­gen Wert auf Hand­werks­be­trie­be, die sich im Rah­men von Aus­schrei­bungs­ver­fah­ren be­wer­ben kön­nen", er­läu­terte er mit ei­nem Hin­weis auf die be­reits jetzt ge­ge­bene Mög­lich­keit, mit der Min­de­ner Im­mo­bi­li­en­ab­tei­lung Kon­takt auf­zu­neh­men. Es wür­den auch klei­nere Ge­werke ver­ge­ben.

Schon während der Bau­phase sieht Feicht­ner er­heb­li­che Aus­wir­kun­gen für die Re­gion: Rund 300 Be­schäf­tigte dürf­ten am Kom­plex ar­bei­ten; die Wert­schöp­fung für das un­mit­tel­bare Um­feld könnte sich al­lein in die­ser Zeit auf rund 1,5 Mil­lio­nen Euro zum Bei­spiel für Un­ter­kunft und Ver­pfle­gung be­lau­fen. Den Um­satz für die spätere Be­wirt­schaf­tung, War­tung und In­stand­hal­tung

des La­gers be­zif­ferte er auf etwa zwei Mil­lio­nen Euro im Jahr.

Bau­leit­pla­ner Ge­org von Luck­wald sah die vor­ge­se­hene An­sied­lung als "güns­tig in ei­ner Senke zur Au­to­bahn" und im Be­reich "ei­ner bis­her sehr aus­geräum­ten Land­schaft ohne Struk­tu­ren" an. Er er­läu­terte die vor­ge­se­he­nen "­großzü­gi­gen An­pflan­zun­gen", die ins­be­son­dere in Rich­tung Pohle dank ei­nes drei Me­ter an­zu­fül­len­den Walls eine Höhe von bis zu 15 Me­tern er­rei­chen wür­den. Dies ver­de­cke zu ei­nem großen Teil die Kon­tu­ren der vor­ge­se­he­nen La­ger­hal­le. Für von Luck­wald spiele die Ober­flächenent­wäs­se­rung eine zen­trale Rol­le. Das be­reits in Höhe des "Truck Cen­ter­s" be­find­li­che Rück­hal­te­be­cken sei zwar schon "vor­aus­schau­end auch für Teile des künf­ti­gen Edeka-Gelän­des an­ge­leg­t". Da­ne­ben aber sind wei­tere vier Puf­fer­be­rei­che vor­ge­se­hen, um im Fall ei­nes "Jahr­hun­dert­hoch­was­ser­s" den Lauf der Ro­den­ber­ger Aue nicht zu be­las­ten.

Von Luck­walds Mit­ar­bei­ter Ge­org Sei­bert schil­derte die fäl­li­gen Än­de­run­gen des Flächen­nut­zungs­plans so­wie die Auf­stel­lung ei­nes Be­bau­ungs­plans. Wel­che wei­te­ren Grün­aus­gleichs­flächen im Be­reich der Samt­ge­meinde Ro­den­berg we­gen der An­sied­lung noch er­for­der­lich sind, werde im wei­te­ren Ver­fah­ren kon­kre­ti­siert. Sei­bert ging auch auf die "täg­lich tau­send Fahr­be­we­gun­gen" der er­war­te­ten 500 Lastzüge so­wie auf die An- und Ab­fahrt von 600 Mit­ar­bei­ter-Fahr­zeu­gen ein: Gut­ach­ten zur Ve­kehrs- und Schall­beläs­ti­gung seien in Auf­trag ge­ge­ben. De­ren Er­geb­nisse müss­ten ab­ge­war­tet wer­den.

Fra­gen aus der Zuhö­rer­schaft zu Um­fang und Qua­lität der vor­ge­se­he­nen Ar­beitsplätze be­ant­wor­tete Edeka-Lo­gis­tik­lei­ter Jo­sef Schul­te. Da­nach sind 600 Ar­beitsplätze vor­ge­se­hen, die sai­sonal auf bis zu 700 auf­ge­stockt wür­den. Die Be­schäf­ti­gung er­folge im Zwei-Schicht-Be­trieb, wo­bei ein Drit­tel des Per­so­nals aus voll­zeit­be­schäf­tig­ten Kraft­fah­rern be­ste­he. Die wei­te­ren zwei Drit­tel der Be­leg­schaft tei­len sich in Kom­mis­sio­nie­rung und La­ger­ver­wal­tung. Auch hier wür­den ü­ber­wie­gend Voll­zeit­ar­beitsplätze ge­schaf­fen. Le­dig­lich im La­ger könnte der Be­darf an stun­den­weise Be­schäf­tig­ten größer sein.

Die vom Ro­den­ber­ger Na­tur­schutz­bund kom­mende An­re­gung, den Ein­satz al­ter­na­ti­ver Ener­gien ein­zu­pla­nen, wurde von Un­ter­neh­mens­seite be­jaht. Eine An­woh­ne­rin der Sied­lung "­Mei­er­feld" for­mu­lierte ihre Sor­gen hin­sicht­lich höhe­rer Lärm­beläs­ti­gung durch das zu­sätz­li­che Ver­kehrs­auf­kom­men. Ein an­de­rer Fra­ge­stel­ler be­fürch­tete mehr Fahr­zeuge durch Lau­enau und Ape­lern, falls der Kreu­zungs­be­reich in den Lo­gis­tik­park durch den Lie­fer­ver­kehr zu stark be­las­tet wür­de. Zu bei­den The­men ver­wies Samt­ge­mein­de­bür­ger­meis­ter Uwe Heil­mann auf die in Auf­trag ge­ge­be­nen Fach­gut­ach­ten: "Wir sind zu sehr Lai­en, um diese Fra­gen be­ant­wor­ten zu kön­nen."

Ein Kri­ti­ker aus Pohle wollte wis­sen, ob es be­reits "­kon­krete Ver­träge zwi­schen Edeka und der Samt­ge­mein­de" gebe oder die Ver­an­stal­tung nur "eine theo­re­ti­sche Erör­te­rung" sei. Da blickte Heil­mann auf die Reihe der 14 Re­prä­sen­tan­ten, die an der Stirn­seite des Saa­les Platz ge­nom­men hat­ten: Diese wür­den dort nicht sit­zen, wenn das Pro­jekt nicht schon so kon­kret wäre.

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