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28.03.2009 Schaumburger Wochenblatt: Sechs Garagen am Lauenauer Mineralbad

Quelle: Schaumburger Wochenblatt, Autor Bernd Althammer, www.schaumburger-wochenblatt.de

Sechs Garagen am Lauenauer Mineralbad

Feuerwehr erhält neues Gerätehaus / Altes Gebäude wird verkauft / Eigenleistung erwartet

LAU­ENAU (al). Die Lau­e­nauer Feu­er­wehr er­hält ein neues Gerätehaus. Eine Halle mit sechs Ga­ra­gen so­wie ein So­zi­al­trakt mit Schu­lungs­raum und an­de­ren Ein­rich­tun­gen ent­ste­hen auf der Fläche zwi­schen dem Penny-Markt und den Mi­ne­ral­bad-Park­plät­zen. Diese ü­ber­ra­schende Ent­schei­dung be­grün­det sich durch die der Samt­ge­meinde Ro­den­berg zu­ge­sag­ten Mit­tel aus dem Kon­junk­tur­pro­gramm – und dem po­ten­zi­el­len In­ter­esse ei­nes Käu­fers an dem jet­zi­gen Ge­bäude in der Gar­ten­straße. Schon im Herbst könnte sich des­halb ein wei­te­rer Bau­kran ü­ber Lau­en­aus Dächern dre­hen.

Bau­amts­mit­ar­bei­ter Arno Fatz­ler stellt jetzt dem Feu­er­schutzaus­schuss des Samt­ge­mein­de­ra­tes die ers­ten Zeich­nun­gen vor. Da­nach wer­den in ei­ner Pult­dach­halle aus Fer­tig­tei­len bis zu sechs Fahr­zeuge un­ter­ge­bracht. Im rück­wär­ti­gen Be­reich be­fin­den sich Um­klei­deräu­me, Werk­statt, Atem­schutz­la­ger und Du­schen so­wie eine Fläche für die Ju­gend­grup­pen. Park­plätze sind seit­lich so an­ge­ord­net, dass ein­tref­fende Hel­fer mit star­ten­den Ein­satz­fahr­zeu­gen nicht auf­ein­an­der­stoßen. In ei­nem an­gren­zen­den Mas­siv­bau sind wei­tere Flächen vor­ge­se­hen, dar­un­ter ein in aus­rei­chen­der Größe be­mes­se­ner Schu­lungs­raum.

Die Er­rich­tung ei­ner Woh­nung ist nicht ge­plant. Das be­reits in kom­mu­na­lem Be­sitz be­find­li­che Areal um­fasst 5500 Qua­drat­me­ter. Ein ver­blei­ben­der Sei­ten­strei­fen ist für eine mög­li­che Park­plat­zer­wei­te­rung am Mi­ne­ral­bad be­stimmt. Fatz­ler sah auf wie­der­holte An­frage aus dem Gre­mium keine Pro­bleme an Hoch­sai­son-Ta­gen im Frei­bad und auch nicht im Be­geg­nungs­ver­kehr mit Kun­den der be­nach­bar­ten Dis­coun­ter. Pe­ter Fried­rich­keit (SPD) ver­wies auf den schnel­len Hand­lungs­be­darf, weil Bund und Land Mit­tel be­reit­ge­stellt ha­be: Ideal sei das Gelände nicht, aber es gebe kurz­fris­tig keine bes­se­ren Al­ter­na­ti­ven.

Auch Samt­ge­mein­de­bür­ger­meis­ter Uwe Heil­mann räumte ein, dass der Stand­ort be­son­ders an Hoch­som­mer­ta­gen zu Kon­flik­ten führen kön­ne. Aber "­Kom­man­do, Po­li­tik und Ver­wal­tung ha­ben ab­ge­wäg­t". An­de­rer­seits sei das künf­tige neue Gerätehaus fußläu­fig er­reich­bar und da­mit an ei­nem bes­se­ren Stand­ort als "ir­gendwo in ei­nem Ge­wer­be­ge­biet". Des­halb werde das "künf­tige Um­feld für die Orts­wehr po­si­tive Ef­fekte ha­ben". Der Ro­den­ber­ger Se­bas­tian Klein (par­tei­los) wollte wis­sen, warum sechs Ga­ra­gen ge­schaf­fen wür­den. Fatz­ler rech­nete den ge­gen­wär­ti­gen Be­darf für vier Fahr­zeuge und wei­tere Ab­stell­flächen un­ter an­de­rem für Git­ter­bo­xen und An­hän­ger vor. Beim Bau in Ro­den­berg sei man "zu kurz ge­sprun­gen", er­in­nerte er mit dem Hin­weis auf nachträg­lich er­rich­tete Fer­tig­ga­ra­gen. Die­ser Feh­ler solle in Lau­enau nicht wie­der­holt wer­den.

Nicht lo­cker ließ Rats­herr Wil­helm Hart­mann (SPD) bei sei­nen wie­der­hol­ten Fra­gen nach den vor­aus­sicht­li­chen Kos­ten. "Wir wären nie so schnell ran­ge­gan­gen, wenn nicht das Kon­junk­tur­pro­gramm II wäre", er­wi­derte Heil­mann, der das Pro­jekt in­zwi­schen mit 750.000 Euro aus­wei­sen ließ. Dies ent­spre­che den Er­fah­run­gen bei der Halle für den Bau­be­triebs­hof. Außer­dem er­warte der Ver­wal­tungs­chef er­heb­li­che Ei­gen­leis­tun­gen der Feu­er­wehr. "Ich habe beim Orts­brand­meis­ter die Mög­lich­kei­ten ab­ge­fragt und einen lan­gen Ka­ta­log der Maß­nah­men er­hal­ten." Der Fleiß der Brand­bekämp­fer sei oh­ne­hin sprich­wört­lich: "Das ha­ben doch da­mals die Ro­den­ber­ger bei ih­rem Neu­bau auch vor­ge­macht."

Heil­mann nannte noch einen wei­te­ren Aspekt für die In­ves­ti­tion. Das jet­zige Gerätehaus in der Gar­ten­straße mit ei­nem Al­ter von 50 Jah­ren gelte als sa­nie­rungs­be­dürf­tig: "Auch hier wür­den bald Kos­ten ent­ste­hen." Dass be­reits ein Kau­f­in­ter­es­sent zur Ver­fü­gung ste­he, habe die Ent­schei­dung für einen Neu­bau er­heb­lich er­leich­tert. Die alte Im­mo­bi­lie ist be­reits mit ei­nem Preis von 160.000 Euro im kürz­lich ver­ab­schie­de­ten Etat ver­an­schlagt.

"Wir soll­ten keine Zeit ver­lie­ren, sonst gu­cken wir der Ent­wick­lung hin­ter­her", mahnte Wolf­gang Köl­ling (SPD) eine ra­sche Ent­schei­dung an, "so eine Ge­le­gen­heit kommt doch nie wie­der­". Da nickte auch sein Par­tei­freund Hart­mann: "A­ber wir soll­ten mit al­ler Macht ver­su­chen, die ge­nann­ten Sum­men ein­zu­hal­ten."

Aus­schuss­vor­sit­zen­der Ralf Sass­mann re­gis­trierte einen ein­stim­mi­gen Be­schluss. Sass­mann hatte zu­vor noch einen Ver­bes­se­rungs­vor­schlag ein­ge­bracht. Eine Toi­lette müsse auch in der Fahr­zeug­halle sein, da­mit die Hel­fer nicht mit schmut­zi­gen Stie­feln in den So­zi­al­trakt zu lau­fen ha­ben: Das sei in Ro­den­berg ver­ges­sen wor­den. Fo­to: al

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