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01.04.2009 Schaumburger Wochenblatt: Mehr Rüstzeug für LKW-Unfälle

Quelle: Schaumburger Wochenblatt, Autor Bernd Althammer, www.schaumburger-wochenblatt.de

Mehr Rüstzeug für Lkw-Unfälle

Sonderausstattung für Autobahneinsatz

SAMT­GE­MEINDE RO­DEN­BERG (al). Für den schnel­le­ren Ret­tungs­ein­satz nach Au­to­bah­nun­fäl­len, bei de­nen ins­be­son­dere Lastzüge ver­wi­ckelt sind, greift die Samt­ge­meinde Ro­den­berg tief in die Ta­sche. Für rund 28.000 Euro wer­den eine fahr­bare Platt­form, Schneid­gerät, Si­che­rungs­satz so­wie eine kom­plette Ge­fahr­gut­aus­stat­tung be­sorgt. Zwar trägt die Hälfte der Auf­wen­dun­gen der Land­kreis. Der ei­gent­li­che Trä­ger der Fern­straßen ist am Auf­wand nicht be­tei­ligt: "Hält sich der Bund da ganz raus?", fragte un­gläu­big Jür­gen Baum­gart (C­DU).

Ge­mein­de­brand­meis­ter Jür­gen Wil­ke­ning for­derte im Feu­er­schutzaus­schuss die bes­sere Aus­stat­tung. Für Pkw-Un­fälle seien die Weh­ren gerüs­tet, nicht je­doch für die Lastzü­ge: "Da ist schwe­res Gerät ge­frag­t", weiß er aus Er­fah­rung, "oft müs­sen wir auch an die Längsträ­ger her­an". Wil­ke­ning ver­wies auf die Sta­tis­tik: Bei täg­lich 25.000 Lastzü­gen auf der hie­si­gen Au­to­bahn steige die Zahl der Un­glü­cke mit Lkw-Be­tei­li­gung.

Ein wei­te­rer Vor­fall vor erst we­ni­gen Ta­gen hat ihm An­lass für die For­de­rung nach ei­ner Ge­fahr­gut­aus­stat­tung ge­ge­ben: Wie be­rich­tet, war im Lau­e­nauer Lo­gis­tik­park ein Tank­zug leck ge­schla­gen und hatte einen lan­gen nächt­li­chen Ein­satz ge­for­dert.

Wil­ke­ning er­läu­ter­te, dass bei ei­nem Un­fall und der Erst­ver­sor­gung von Be­tei­lig­ten auf die in Obern­kir­chen sta­tio­nierte Ge­fahr­gut­ein­heit des Land­krei­ses nicht ge­war­tet wer­den kön­ne: "Das dau­ert bis zu 40 Mi­nu­ten; dann ist es für den Er­stein­satz zu spät". Es müsse we­nigs­tens der Fah­rer ge­bor­gen und die Leckage ab­ge­dich­tet wer­den. Auf An­frage von Se­bas­tian Klein (par­tei­los) er­klärte Wil­ke­ning, dass die neue Aus­rüs­tung auf die Fahr­zeuge der Weh­ren von Ro­den­berg und Lau­enau ver­teilt wer­de.

Kri­ti­sche Fra­gen von Rats­herrn Wil­helm Hart­mann (SPD) zur Fi­nan­zie­rung be­ant­wor­tete Samt­ge­mein­de­bür­ger­meis­ter und Käm­me­rer Uwe Heil­mann mit noch vor­han­de­nen Haus­halts­res­ten. Hart­mann be­klagte je­doch auch den Zeit­punkt des An­trags: "Das hätte früher kom­men kön­nen." Doch da eilte Par­tei­freund Wolf­gang Köl­ling dem ge­schol­te­nen Ge­mein­de­brand­meis­ter zu Hil­fe: "­Bei den vie­len Einsät­zen muss ja auch mal die Zeit da sein, An­träge zu for­mu­lie­ren". Köl­ling be­dau­er­te, dass die Kom­mu­nen auf den von den Fern­straßen ver­ur­sach­ten Kos­ten sit­zen blei­ben müss­ten: "Ich habe schon lange den Ein­druck, dass auch das Land die Sa­chen schlu­ren lässt."

Köl­ling er­in­nerte an eine Schaum­bur­ger In­itia­tive im Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­rium vor ei­nem Jahr, als dort eine Ab­ord­nung die Be­las­tun­gen der hie­si­gen Weh­ren und die ho­hen Kos­ten durch Au­to­bahn­einsätze schil­dern konn­te: "Lei­der ist bis heute nichts pas­sier­t."

Der Be­schluss ü­ber die Son­deraus­stat­tung er­ging ebenso ein­stimm­mig wie der Kauf zweier Wär­me­bild­ka­me­ras, die eben­falls auf den Fahr­zeu­gen der bei­den großen Weh­ren un­ter­ge­bracht wer­den sol­len. Von den emp­find­li­chen Geräten zum Stück­preis von 8000 Euro ver­spricht sich Wil­ke­ning eine wich­tige Hilfe bei der Su­che nach Ver­letz­ten in ver­rauch­ten Ge­bäu­den, bei der Lo­ka­li­sie­rung von Brand­her­den in Zwi­schen­de­cken und auch bei Lecka­gen in Druck­gas­behäl­tern. Die Ka­me­ras wür­den be­reits Tem­pe­ra­tur­un­ter­schiede von nur ei­nem hal­ben Grad sicht­bar ma­chen.

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