Leserbrief
Politik nach Gutsherrenart
Wie groß muss die Verzweiflung sein, wenn Hans Janietz den Neujahrsempfang der Stadt Rodenberg dazu nutzt, um Bürgermeister Altenburg Politik nach Gutsherrenart vorzuwerfen? Auch Janietz war klar, dass der Neujahrsempfang dazu nicht der geeignete Ort ist. Trotzdem hat er es dort getan.
Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hat, lohnt es sich, einmal darüber nachzudenken. Politik nach Gutsherrenart. Eigentlich sollten sich alle Politiker in der Stadt Rodenberg diesen Schuh anziehen.
Wer in der letzten Ratssitzung der Stadt erlebt hat, wie die fragenden Bürger dort von oben herab abgekanzelt wurden, muss sich in der Tat fragen, an welcher Stelle der Bürger solche Kritik loswerden kann.
Mangelnde Transparenz über die Kriterien, nach denen Ehrungen in der Stadt Rodenberg vorgenommen werden, führen unweigerlich immer wieder zu der Frage „Warum wird der geehrt, ich aber nicht?“.
Mangelnde Transparenz über die Kriterien, welcher Verein wofür wie viele Zuschüsse bekommt, führen auch immer wieder zu Unmut in der Bevölkerung.
Mangelnde Transparenz hat 5 Rodenberger Ärzte dazu gebracht, laut zu kritisieren, dass sie sich im Gegensatz zu 3 anderen Ärzten in Rodenberg weniger über das geplante Ärztehaus informiert fühlen.
Diese Beispiele zeigen, dass es sich hier um ein grundsätzliches Problem handelt. Mangelnde Transparenz der politischen Entscheidungen und fehlende Mitwirkungsmöglichkeiten der Bürger befördern in der Bevölkerung den Eindruck, dass Politik nach Gutsherrenart betrieben wird.
Dagegen müssen wir etwas tun!
Matthias Schellhaus
Volker Dahle
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I.S.
