Archiv für: Januar 2011
Leserbrief
Politik nach Gutsherrenart
Wie groß muss die Verzweiflung sein, wenn Hans Janietz den Neujahrsempfang der Stadt Rodenberg dazu nutzt, um Bürgermeister Altenburg Politik nach Gutsherrenart vorzuwerfen? Auch Janietz war klar, dass der Neujahrsempfang dazu nicht der geeignete Ort ist. Trotzdem hat er es dort getan.
Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hat, lohnt es sich, einmal darüber nachzudenken. Politik nach Gutsherrenart. Eigentlich sollten sich alle Politiker in der Stadt Rodenberg diesen Schuh anziehen.
Wer in der letzten Ratssitzung der Stadt erlebt hat, wie die fragenden Bürger dort von oben herab abgekanzelt wurden, muss sich in der Tat fragen, an welcher Stelle der Bürger solche Kritik loswerden kann.
Mangelnde Transparenz über die Kriterien, nach denen Ehrungen in der Stadt Rodenberg vorgenommen werden, führen unweigerlich immer wieder zu der Frage „Warum wird der geehrt, ich aber nicht?“.
Mangelnde Transparenz über die Kriterien, welcher Verein wofür wie viele Zuschüsse bekommt, führen auch immer wieder zu Unmut in der Bevölkerung.
Mangelnde Transparenz hat 5 Rodenberger Ärzte dazu gebracht, laut zu kritisieren, dass sie sich im Gegensatz zu 3 anderen Ärzten in Rodenberg weniger über das geplante Ärztehaus informiert fühlen.
Diese Beispiele zeigen, dass es sich hier um ein grundsätzliches Problem handelt. Mangelnde Transparenz der politischen Entscheidungen und fehlende Mitwirkungsmöglichkeiten der Bürger befördern in der Bevölkerung den Eindruck, dass Politik nach Gutsherrenart betrieben wird.
Dagegen müssen wir etwas tun!
Matthias Schellhaus
Volker Dahle
1 Kommentar
I.S.
SN vom 07.01.2011
Wir verstehen nicht, warum der Samtgemeindebürgermeister sich weigert, auch das Strom- und Gasnetz in die eigene Hand zu nehmen.
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Schaumburger Wochenblatt vom 30.12.2010
Ärzteversorgung bleibt gesichert
Heftige Kritik an Äußerungen über Neubauprojekt
RODENBERG (pd). In unserer Ausgabe am Sonnabend, 18. Dezember, informierten wir die Leser über das Projekt "Ärztehaus am Schloss". Im Verlauf der letzten Ratssitzung im Jahr 2010 hat Stadtdirektor Uwe Heilmann Einzelheiten zu dem Vorhaben, auf dem Gelände des jetzigen Parkplatzes am Burgwall ein Ärztehaus bauen zu wollen, ausführlich erläutert. Die Vertreter der Politik gaben ihrerseits ihre Standpunkte zu dem Projekt ab. Am Ende der Debatte stand eine dreigeteilte Abstimmung über das "Ärztehaus".
Die in unserem Bericht wiedergegebenen Äußerungen von Ratsvertretern und der Verwaltung werden von fünf Medizinern, die in Rodenberg praktizieren, deutlich kritisiert. Ihre grundsätzliche Kritik lautet auf den Punkt gebracht "Es wird der Eindruck erweckt, als stünden alle Ärzte in Rodenberg hinter dem Projekt. Das ist falsch!" Dr. med. Ludwig Belka, Dr. med. Monika Hornig, Dr. med. Hans-Detlef Kaltenbach, Dr. med. Cornelia Kaltenbach und Ulrike Stramke, alle praktizierende Ärzte in der Deisterstadt, stellen für sich fest: "Befürchtungen, dass wir den Standort Rodenberg in den nächsten Jahren verlassen würden, entbehren jeglicher Grundlage", ärgern sich die Mediziner, die sich auch daran stören, erst aus der Presse und durch einen Kollegen von der Planung des Ärztehauses erfahren zu haben. Mit großer Verwunderung hätten sie die Äußerung vom CDU-Fraktionssprecher Carsten Schulz vernommen, der in der Ratssitzung die Befürchtung aussprach "Bei einem Nein zu dem Projekt könnte in zehn Jahren der letzte Arzt aus Rodenberg verschwunden sein".
Von den sieben niedergelassenen Ärzten in Rodenberg würden nach ihrer Kenntnis drei Kollegen hinter dem Projekt stehen und die Notwendigkeit sehen. Falsch sei es, allgemein von "der Rodenberger Ärzteschaft" zu sprechen. "Es ist weiterhin festzustellen, dass wir bisher von der Stadt Rodenberg nicht über das Projekt und Einzelheiten informiert worden sind", kritisiert Dr. Ludwig Belka im Namen seiner anderen vier Kollegen.
Unser Kommentar dazu:
Uns Ratsherren hat Stadtdirektor Heilmann gesagt, dass alle Rodenberger Ärzte zum Ärztehaus befragt worden wären...





